ITS-Concept Urban Bus Equipment (ITS-CUBE)

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Stand: 01.09.2023, 00:00

1,9 Millionen Fördermittel, damit Bus und Ampel sich verstehen

Auf einer Fahrt mit der Buslinie 3 erklärt Dr. Bernd Schober, technischer Projektleiter des LSBG, sein aktuelles Projekt „ITS-CUBE“. Während der Bus zügig durch den dichten Verkehr rollt, beschreibt Dr. Schober, wie Hamburgs Busse künftig noch flüssiger vorankommen sollen. Die Schlüsselrolle spielt dabei die Kommunikation zwischen Bussen und Ampeln, die durch eine neue, hochinnovative Technologie auf Basis von WLAN oder Mobilfunk ermöglicht wird.

Bernd Schober, Projektleiter von ITS-Cube, sitzt in einem Linienbus am Fenster und fährt durch Hamburg.
© LSBG Busse und Ampeln sollen sich zukünftig noch besser verstehen. Das ist der Auftrag für das Projekt von Busse und Ampeln sollen sich zukünftig noch besser verstehen. Das ist der Auftrag für das Projekt von Dr. Bernd Schober

Einstieg Hammerbrook, Lippeltstraße in die Buslinie 3

Die Straßen sind voll, der Bus auch: Dr. Bernd Schober findet dennoch einen Platz und blickt aus dem Fenster auf die mehrspurige Straße. Trotz des Verkehrs kommt der Bus gut durch. „Schon jetzt kommunizieren Busse und Ampeln miteinander – sowohl über Analog- als auch Digitalfunk. Dies wird sich jedoch bis zum Jahr 2030 ändern“, erklärt er.

Derzeit sind etwa 20 Prozent der Hamburger Ampeln mit Funktechnik für die Bus-Priorisierung ausgestattet. Doch das analoge System läuft Ende 2028 aus, da die Bundesnetzagentur das Frequenzspektrum ändern wird. Auch der bisher genutzte digitale Funk stößt an seine Grenzen. Ein Technologiewechsel ist also notwendig, um die Priorisierung von Bussen an Ampeln auch in Zukunft zu gewährleisten.

Zwischenstopp HBF/Mönckebergstraße

Der Bus rollt zügig weiter – auch in der dicht gedrängten Innenstadt. Kein Stopp & Go an Ampeln. Wie funktioniert das? „Der Bus passiert einen sogenannten Meldepunkt und kündigt damit an: Hallo Ampel, ich komme gleich", vereinfacht Dr. Bernd Schober das Prinzip. An einem weiteren Meldepunkt sendet der Bus erneut ein Signal: „Ich bin fast da!" Nach dem Passieren der Ampel meldet sich der Bus wieder ab.

Ausstieg am Rödingsmarkt

Drei unscheinbare Elemente an der Ampel am Rödingsmarkt/Neuer Wall demonstrieren Zukunft und Vergangenheit: Neben den Antennen für Digital- und Analogfunk ist eine sogenannte Roadside-Unit für die Kommunikation über WLAN angebracht. Das Projekt ITS-CUBE ist im Juni 2023 gestartet. Derzeit arbeitet Dr. Bernd Schober an Studien und Konzepten, um eine reibungslose Migration der Systeme zu ermöglichen. Dabei orientieren sie sich an bewährten Systemen aus Deutschland und der ganzen Welt.

„Über die freie Fahrt an Ampeln hinaus, bietet die neue Technologie noch weitere Funktionen zum Datenaustausch, zum Beispiel Türschließ- und Abfahrtsempfehlungen für die Fahrer:innen. Diese können ihre Fahrweise dann optimal an den Verkehr anpassen", erklärt der Projektleiter.

Für die Entwicklung der Grundlagenarchitektur stehen über das EU-Programm „ELENA“ der Europäischen Investitionsbank (EIB) 1,92 Millionen Euro zur Verfügung, was 90 Prozent des Gesamtprojektvolumens ausmacht. Das Projekt läuft insgesamt vier Jahre. Der Technologiewechsel wird in Hamburg ab 2025 erfolgen und soll bis 2030 abgeschlossen sein.

Dann werden rund 2.000 Busse sowie bis zu 600 der 1.750 Ampeln in Hamburg mit der innovativen TSP-Technologie (Traffic Signal Priority Request) ausgestattet sein, um den ÖPNV effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten.


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