Straßenzustandsbericht: Bessere Noten für Hamburgs Hauptverkehrsstraßen

Was der Blick auf die Straßen erahnen lässt, zeigt der neueste Straßenzustandsbericht Schwarz auf Weiß: Die Anstrengungen des Senats, Hamburgs Straßen wieder in Schuss zu bringen, sie zu modernisieren und dabei alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer zu berücksichtigen zahlen sich aus. Alle zwei Jahre erstellt der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) im Rahmen des 2013 auf den Weg gebrachten „Erhaltungsmanagementsystems für Hamburgs Straßen“ (EMS-HH) den Straßenzustandsbericht. War anfangs noch von einem Stopp des Wertverfalls die Rede, ist jetzt klar: Hamburgs Straßen geht es deutlich besser. Das gilt sowohl für die Hauptverkehrsstraßen, als auch die Bezirksstraßen mit gesamtstädtischer Bedeutung.

Straßenzustandsbericht: Bessere Noten für Hamburgs Hauptverkehrsstraßen


Senator Michael Westhagemann: „Wir bringen Hamburgs Straßen Schritt für Schritt wieder in Ordnung und lösen den alten Sanierungsstau auf. Das geht weit über das reine Reparieren hinaus. Denn obwohl der Erhaltungszustand der Fahrbahn der maßgebliche Treiber für die Sanierung ist, haben wir meist die ganze Straße im Blick – also von Hauskante zu Hauskante. Davon profitieren alle Verkehrsteilnehmer, egal ob sie mit dem Auto, Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind. Neben den Hauptverkehrsstraßen kümmern wir uns zunehmend auch um die wichtigen Bezirksstraßen – mit Erfolg, wie ein Blick in den aktuellen Straßenzustandsbericht zeigt. Jetzt kommt es darauf an, unvermindert und klug koordiniert weiterzubauen, um die Verkehrssicherheit und Attraktivität unseres Straßennetzes am Wirtschaftsstandort Hamburg zu gewährleisten.“

Hauptverkehrsstraßen
Laut Straßenzustandsbericht waren 2018 über 45 Prozent der Hauptverkehrsstraßen in einem sehr guten und über 26 Prozent in einem guten Zustand. Bei 13,1 Prozent sind die weiteren Handlungsbedarfe zu prüfen, und bei 15,6 Prozent stehen Einzelprüfungen an. Insgesamt hat der durchschnittliche Substanzwert der Hauptverkehrsstraßen 2018 die Note 2,37 erreicht. Zum Vergleich: 2016 lag die Durchschnittsnote bei 2,78 (2014: 2,84/ 2012: 2,59/ 2008: 2,4). Damit erreichen jetzt nur noch 28,7 Prozent der Hauptverkehrsstraßen eine schlechtere Note als 3,5 – hier besteht nach wie vor Handlungsbedarf. Zwei Jahre zuvor betrug dieser Wert noch 41,1 Prozent.

Zustandsverteilung HVS 2016 und 2018
Bezirksstraßen mit gesamtstädtischer Bedeutung
Gegenüber den Hauptverkehrsstraßen hatte sich zuletzt bei den Bezirksstraßen mit gesamtstädtischer Bedeutung ein Nachholbedarf ergeben. Deshalb verlagerten sich 2017 und 2018 viele Erhaltungsmaßnahmen auf die Bezirksstraßen. Im Fokus liegen vor allem stark frequentierte Straßen mit u.a. Busverkehr. Entsprechend konnte auch hier eine Verbesserung im Vergleich zum Straßenzustandsbericht 2016 erzielt werden: 37,4 Prozent dieser Bezirksstraßen (inkl. HPA-Straßen im Hafen) sind in einem sehr guten und 22,4 Prozent in einem guten Zustand. Bei 14 Prozent sind die weiteren Handlungsbedarfe zu prüfen, aber bei über 26 Prozent müssen noch Einzelprüfungen durchgeführt werden. Damit waren 2018 gut 40 Prozent der Bezirksstraßen mit gesamtstädtischer Bedeutung schlechter als die Note 3,5. Zwei Jahre zuvor waren es noch 46,8 Prozent.

Zustandsverteilung BSGB 2016 und 2018
Übrige Bezirksstraßen
Die übrigen Bezirksstraßen sind in einem signifikant schlechteren Zustand als die übergeordneten Bezirks- und Hauptverkehrsstraßen. Deshalb ist auch hier eine bessere Datengrundlage notwendig. Alle vier Jahre stehen auf diesen Straßen nun Befahrungen an – das nächste Mal wieder 2021. Da auf diesen Straßen künftig mehr zu tun sein wird, kommt hier auch den insgesamt 14 Baustellenkoordinatoren in den Bezirken eine wesentliche Rolle zu.

Wie wird der Zustand erfasst?
Die Zustandserfassung der Hauptverkehrsstraßen wird seit 2012 alle zwei Jahre, die der Bezirksstraßen mit gesamtstädtischer Bedeutung seit 2014 durchgeführt. 2016/17 wurden erstmals auch die weiteren Bezirksstraßen erfasst. Letzteres wird künftig alle vier Jahre wiederholt.

Die Messung für den aktuellen Straßenzustandsbericht wurde von Mai bis August 2018 durchgeführt. Insgesamt wurden ca. 2.172 Fahrstreifen-Kilometer befahren. Davon ca. 1.072 Fahrstreifen-Kilometer auf den Hauptverkehrsstraßen und ca. 1.100 Fahrstreifen-Kilometer auf den Bezirksstraßen mit gesamtstädtischer Bedeutung.   

Hierfür kam ein spezielles Messfahrzeug zum Einsatz. Mit Sensoren bestückte Messbalken erfassen beispielsweise Risse und Flicken. Ein Kamerasystem macht alle zehn Meter hochauflösende Bilder von der Frontansicht und der Oberfläche des befahrenen Fahrstreifens. Ingenieure werten diese Bilder am Computer aus. Dafür werden die Straßen in jeweils zwanzig Meter lange Abschnitte unterteilt, für die – je nach Schaden – Zustandsnoten vergeben werden. Daraufhin werden verkehrliche und praxisgerechte Abschnitte gebildet.

Sanierte Fahrstreifen-Kilometer
Nach dem Straßenzustandsbericht ist vor dem Straßenzustandsbericht, weshalb das Erhaltungsmanagement auch nach den erfreulichen Werten von 2018 unvermindert fortgesetzt wird. Das zeigt ein Blick auf die folgende Tabelle, die alle städtischen Bauprogramme aus den Jahren 2018 und 2019 zusammenfasst. Dazu gehören EMS-HH-Projekte des LSBG, der HPA und der Bezirke.

Dies beinhaltet auch Arbeitspakete wie die Busbeschleunigung, den Ausbau des Radverkehrs und Deckschichtreparaturen. Aufgeführt werden – wie üblich – die sanierten Fahrstreifen-Kilometer.


Die Vorgabe, pro Jahr mindestens 100 Kilometer Fahrstreifen zu sanieren, wurde 2018 deutlich getoppt, was sich auch in diesem Jahr wiederholt.  

Den aktuellen Straßenzustandsbericht und die Präsentation zur Landespressekonferenz finden Sie zum Download unter https://www.hamburg.de/bwvi/medien