Schöpfwerk und Deichsiel Finkenriek

Das Schöpfwerk Finkenriek wurde 1967 in Betrieb genommen und entwässert einen großen Teil des Südostens von Wilhelmsburg. Das gesamte Niederschlagswasser dieser Fläche fließt durch das Deichsiel Finkenriek in die Elbe ab – oder wird durch die Pumpen des Schöpfwerks hinaus gefördert.

Schöpfwerk und Deichsiel Finkenriek

Schöpfwerk und Deichsiel Finkenriek

Das Wasser aus dem Einzugsgebiet wird dem Schöpfwerk über die Kirchdorfer Wettern und den Neuen Brausielgraben zugeführt und sammelt sich im großen Mahlbusen des Schöpfwerks, der als Zwischenspeicher und Puffer dient. Von hier fließt das Wasser schließlich in die Elbe.

Der Schöpfbetrieb ist nur bei hohen Wasserständen in der Elbe, wie zum Beispiel bei einer Sturmflut, erforderlich. Der Pegelstand im Mahlbusen liegt bei NN – 0,55 m. Ist der Wasserstand der Elbe niedriger, kann das Wasser in freiem Gefälle durch das Deichsiel ablaufen.

Karte Schöpfwerk und Deichsiel Finkenriek

Bauwerke am Mahlbusen

Pumpenanlage

Im Schöpfwerk Finkenriek stehen drei Pumpen bereit: Eine kleine Laufpumpe für geringe Fördermengen (1.440 m3/h) und zwei starke Pumpen (je 4.320 m3/h). Ihre Leistung reicht aus, um die Entwässerung auch bei länger andauernden hohen Wasserständen in der Elbe zu gewährleisten. Der jährliche Stromverbrauch für den Betrieb der Pumpen liegt bei durchschnittlich 50.000 kWh – das entspricht etwa dem Stromverbrauch von 15 Vierpersonenhaushalten.

Pumpenhalle im Schöpfwerk Finkenriek

Eine der beiden starken Pumpen im Schöpfwerk Finkenriek mit dem Schieberhandrad links daneben

Freispiegelablauf

Das Schöpfwerk besteht aus zwei Sielkammern. Die nordöstliche, ungesteuerte Sielkammer (in der Funktionsskizze rechts) dient dem freien Ablauf des Wassers. Sie wird durch ein Stemmtor verschlossen, das sich öffnet, sobald der Wasserstand im Mahlbusen über dem der Elbe liegt. Kehrt sich dieses Verhältnis bei Flut um, so schließt sich das Tor und wird durch den Wasserdruck abgedichtet. Die zweite Sicherheit ist durch ein Deichschütz gegeben, eine Hubtafel, die im normalen Betrieb angehoben ist.

Querschnitt Schöpfwerk und Deichsiel Finkenriek

Funktionsskizze

Schöpfbetrieb

Die südwestliche Sielkammer (in der Funktionsskizze links) dient dem Schöpfbetrieb. Sie wird durch zwei Anschlagtore verschlossen und kann nicht frei durchflossen werden. Diese Sielkammer ist zum Mahlbusen hin geschlossen, eine Verbindung besteht nur durch die Pumpen (sowie einen Schieber für Revisions- und Wartungszwecke). Die Pumpen sind mit einer Rücklaufsicherung ausgestattet, so dass ein Durchströmen dieser Sielkammer von außen nach innen verhindert wird.

Die doppelte Sicherheit ist auch hier durch einen Deichschütz gegeben, dass vor der Pumpenebene liegt und im Normalbetrieb angehoben ist. Der Bereich zwischen der Pumpenebene und den Anschlagtoren ist die Druckkammer des Schöpfwerks. In diese Kammer fördern die Pumpen das Wasser bei erhöhtem Außenwasserstand. Steigt der Wasserdruck in der Kammer über den Außendruck, öffnen sich die Anschlagtore und lassen das Wasser hinaus.

 

Diese über QR-Code abrufbaren Informationen zum Hochwasserschutz sind Bestandteil eines Pilotprojektes in Kooperation zwischen LSBG und Deichverband Wilhelmsburg.

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