Hochwasserschutz in Wilhelmsburg

Die Elbinsel Wilhelmsburg ist komplett von einem fast 24 km langen Ring aus Hochwasserschutzanlagen umgegeben. Ohne die Deiche und Schutzeinrichtungen würden weite Teile der Insel zweimal täglich vom Wasser der Elbe überspült, bei jedem Tidehochwasser von neuem.

Hochwasserschutz in Wilhelmsburg

 

Da viele Bereiche der Elbinsel sehr tief liegen, hat man bereits im 14. Jahrhundert damit begonnen, Deiche zu bauen, um verschiedene Flächen dem Einfluss der Tide zu entziehen und sie vor Sturmfluten zu schützen. Seit damals sind die Deiche immer wieder – meist nach großen Sturmflutereignissen - ausgebaut, verbessert und verstärkt worden. Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt Wilhelmsburg einen die gesamte Insel umschließenden Ringdeich. Nach der Sturmflut von 1962 wurden der Hochwasserschutz in Wilhelmsburg verbessert und die Anlagen um rund 1,50 m erhöht. Aktuell haben die Deiche um Wilhelmsburg Höhen zwischen NN + 7,50 m und NN + 8,35 m. Sie werden in Zukunft weiter erhöht werden, um noch höheren Herausforderungen gewachsen zu sein. Karte Wilhelmsburg mit Deichlinie

Die Hauptdeichlinie in Wilhelmsburg

Im eher landwirtschaftlich genutzten Süden der Elbinsel bestehen die Anlagen ausschließlich aus Erddeichen. In den hafennahen nördlichen und westlichen Gebieten befinden sich dagegen Hochwasserschutzwände aus Stahl und Beton. Weil Deiche und Schutzmauern den freien Abfluss von Flüssen, Bächen und Kanälen in die Elbe behindern, müssen Deichsiele und Schöpfwerke das geschützte Hinterland entwässern. In Wilhelmsburg gibt es 7 Deichsiele und 3 Schöpfwerke. Die Schöpfwerke pumpen das Wasser des tiefliegenden Binnenlandes auch bei höheren Wasserständen in die Elbe. Bei Niedrigwasser fließt das Binnenwasser durch die Deichsiele ab.

Neben Deichsielen und Schöpfwerken gibt es in der Wilhelmsburger Hochwasserschutzlinie auch eine Schleuse, 2 Sperrwerke sowie 3 Tore und sonstige Verschlüsse.

 

Deiche

Die Hamburger Deiche sind anspruchsvolle technische Bauwerke. Anders als tidefreie Flussdeiche werden sie nur kurzzeitig belastet, wenn die Sturmflut ihren Scheitel erreicht, dafür sind sie aber zusätzlich dem Wellenangriff ausgesetzt.Querschnitt Moorwerder Hauptdeich

Querschnitt durch den Moorwerder Hauptdeich im Süden Wilhelmsburgs

Hochwasserschutzwände

Hochwasserschutzwände werden gebaut, wenn der Platz für einen Erddeich nicht ausreicht. Damit sie sich in die städtische Architektur einfügen, werden die Deichverteidigungsstraßen als Promenaden für Fußgänger und Radfahrer angelegt.Querschnitt Hochwasserschutzwand Am Zollhafen

Querschnitt durch die Hochwasserschutzwand Am Zollhafen

Deichsiele

Genauso wie die Deiche das Wasser der Elbe draußen halten, halten sie das Regenwasser davon ab, in die Elbe abzufließen. Daher haben die Deiche Öffnungen, durch die das Wasser abfließen kann, die Deichsiele.

Bei niedrigen Elbwasserständen kann das Wasser durch das Stemmtor am Auslauf abfließen. Am Einlauf sorgt ein Kulturstau dafür, dass ein Mindestwasserstand nicht unterschritten wird. Mit steigendem Elbwasserstand schließt das Stemmtor durch den Druck des Elbwassers, das Deichsiel ist verschlossen. Deichsiele haben eine doppelte Deichsicherheit. Die erste Deichsicherheit stellt das Stemmtor dar. Die zweite Deichsicherheit besteht aus einer im Betriebsgebäude montierten Schütztafel, die bei Sturmflutwarnung herabgefahren wird und das Deichsiel zusätzlich absperrt.

Funktionsskizze Deichsiel

Funktionsskizze Deichsiel

Reicht der freie Abfluss nicht aus, um die Binnenentwässerung zu gewährleisten, so muss das Wasser aktiv hinaus gefördert werden. Dazu bedarf es eines Schöpfwerks.

Schöpfwerke

Schöpfwerke sind Bauwerke, die mit Hilfe von mehreren Pumpen das Wasser auch gegen höhere Außenwasserstände von der Binnenseite nach außen fördern können. Der Pumpenbetrieb erfolgt in Abhängigkeit von den Binnenwasserständen automatisch. Dadurch wird sichergestellt, dass die Marschengebiete immer vor Überschwemmungen durch Regenfälle gesichert sind.

Funktionsskizze Schöpfwerk

Funktionsskizze Schöpfwerk

 

Diese über QR-Code abrufbaren Informationen zum Hochwasserschutz sind Bestandteil eines Pilotprojektes in Kooperation zwischen LSBG und Deichverband Wilhelmsburg.Logo Deichverband Wilhelmsburg