Mit Alsterblick: Insekten ein Zuhause geben
Das Alsterufer ist ein begehrte Lage bei Hotelgästen in Hamburg. Nun finden dort sogar Kleinstlebewesen eine passende Unterkunft und zwar in einem extragroßen Insektenhotel. Das Biotop hat unser Kompetenzteam Stadtgrün auf der Wiese vor dem ehemaligen US-Konsulat angelegt.
Potential für Biotop-Konzept
Eingebettet ist das Konzept in die neue Verkehrs- und Grünflächenplanung rund um das ehemalige Konsulat. Arda Denizcioglu und ihre Kolleg:innen hatten die Idee, die Grünflächen für Insekten besser zu nutzen. „Wir haben dort Potential für ein kleines Biotop gesehen“, erklärt die Stadtplanerin aus dem Geschäftsbereich Stadtstraßen. So ist die Idee - nicht nur für ein Hotel - sondern gleich für eine große, sogenannte Insektenburg entstanden. Vorbild für die Burg war ein Projekt des Naturschutzbundes, das bereits in Eimsbüttel erfolgreich umgesetzt ist: Auf den ersten Blick ein einfacher Sandhügel, auf den zweiten ein durchdachter Lebensraum aus Lehm und Steinen, ideal für Wildbienen, Käfer, Wespen und Schmetterlinge.
Sonnenplätze und Vorratskammern
Hier gibt es sonnige Sandflächen für wärmeliebende Insekten sowie Nistmöglichkeiten, Vorratskammern und Grabemöglichkeiten. Obwohl sie unscheinbar wirkt, ist die Burg bis ins Detail durchdacht. Grundlage für das Projekt ist der Vertrag für Hamburgs Stadtgrün. „Wir sind dadurch verpflichtet, Biotope zu schützen, aufzuwerten und mit geeigneten Maßnahmen umzusetzen“, erklärt die Stadtplanerin. Darüber hinaus erfüllt das Projekt den Anspruch des LSBG, nachhaltig zu planen und zu bauen.
Information geplant
Zeitnah ist eine Info-Tafel vor Ort vorgesehen, die interessierte Passant:innen über das Projekt informiert. „Sonst wundern sich manche vielleicht, warum hier ein Sandhügel mit Holzzaun steht“, sagt die Expertin. Denn nur eine Seite ist großzügig und schmuckvoll mit Blühpflanzen bestückt. Hier wachsen Wildstauden mit klangvollen Namen wie Natternkopf und Sonnenhut, Ysop und Ochsenauge. Sie sehen schön aus, dienen aber in erster Linie als Nahrungsquelle. Die andere Seite der Burg bleibt bewusst eine Sandfläche mit Feldsteinen: So wird die Burg den Bedürfnissen verschiedener Insektenarten gerecht.
Patenschaft gesucht
Damit der Ort gut gepflegt und erhalten bleibt, sucht Arda Denizcoglu derzeit noch nach Pat:innen. Sie ist im Austausch mit der nahegelegenen Schule: „Es wäre wunderbar, wenn sich Klassen finden, die unsere Burg betreuen und zugleich lernen, wie sich Stadt und Natur zusammendenken lassen.“
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