Intelligent Transport Systems (ITS)-Projekte des LSBG

Hamburg ist einer der bedeutendsten Wirtschaftsstandorte in Deutschland und Ausrichter des ITS-Weltkongresses 2021. Eine wachsende Bevölkerung, ein steigendes Güterverkehrsaufkommen, zunehmende Pendlerzahlen sowie ein durch Wachstum geprägtes Tourismussegment führen insgesamt zu einer erhöhten Mobilitätsnachfrage. Angesichts räumlich wie ökonomisch begrenzter Möglichkeiten liegt der Schlüssel zum Erfolg in einer höheren Verkehrseffizienz und einer besseren Kapazitätsauslastung der Verkehrswege. Der LSBG beteiligt sich mit einer Vielzahl von Projekten an der Entwicklung intelligenter Verkehrssysteme und Infrastruktur.

Intelligent Transport Systems (ITS)-Projekte des LSBG


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Automatisierte Verkehrsmengenerfassung - aVME

Mit dem Projekt aVME sollen aktuelle Verkehrsstärken flächendeckend in Echtzeit erfasst werden. Auf Basis dieser Daten können eine aktuelle Verkehrslage sowie zuverlässige und tageszeitabhängige Verkehrsplanungsdaten abgeleitet werden. Hierzu werden bis Ende 2020 an rund 420 Standorten ausgewählte Lichtsignalanlagen (LSA) und Lichtmasten mit Wärmebildkameras ausgestattet.

Wärmebildkameras erkennen PKW, LKW, Menschen auf dem Fahrrad oder zu Fuß aufgrund ihrer jeweiligen Wärmestrahlung. Sie sind jedoch nicht in der Lage, Personen oder Nummernschilder zu identifizieren.

Das Projekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ mit 12 Millionen Euro vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

Projektpartner: BWVI, LSBG, LGV, HHVA

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Bidirektionale multimodale Vernetzung - BiDiMoVe

Mit dem Projekt BiDiMoVe sollen Linienbusse an Lichtsignalanlagen situationsabhängig (u.a. bei Verspätungen) gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern bevorrechtigt und priorisiert werden. Außerdem soll die Erprobung eines Abbiegeassistenten für das Busfahrpersonal erfolgen, der vor parallel verkehrendem Rad- und Fußverkehr warnen soll.

Durch die zunehmende Vernetzung im Straßenverkehr steigt das Risiko von IT-Angriffen, die unerwünschte Situationen im Straßenverkehr auslösen können. Neben den verkehrlichen Fragestellungen liegt daher ein wesentlicher Fokus des Projektes auf der Gewährleistung der IT-Sicherheit des Systems. Etablierte Verschlüsselungsverfahren dienen hierfür als technische Basis für die angestrebte Public Key Infrastructure.

Das Projekt ist am 1. Oktober 2018 gestartet und soll bis Ende 2020 abgeschlossen werden. Das Projektgebiet liegt auf der Strecke der Metro Bus Linie 26 zwischen Rahlstedt und Rübenkamp.

Das Projekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie „Automatisierung und Vernetzung im Straßenverkehr“ mit insgesamt 3,7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

Projektpartner: BWVI, LSBG, Hochbahn, NXP Semiconductors Germany GmbH, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Institut für Automation und Kommunikation e.V., GEVAS software GmbH

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Das Logo des Projekts BiDiMove

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Hamburg Electric Autonomous Transportation - HEAT

Mit dem Projekt HEAT soll in Hamburg erstmals ein autonomer Busbetrieb für den öffentlichen Personennahverkehr konzipiert werden und auf öffentlichen Straßen fahren. Der Testbetrieb wird in der HafenCity realisiert. Eine Begleitforschung wird die Bedürfnisse der Fahrgäste und der Teilnehmer und Teilnehmerinnen des umgebenden Verkehrs untersuchen und deren Akzeptanz erforschen. Das Projekt wird getragen von einer Kooperation verschiedener Partner mit hoher, sich ergänzender Expertise - und dem klaren Bekenntnis der Stadt, mit dem Projekt die Entwicklung moderner Mobilitätsangebote nachhaltig zu unterstützen.

Die Umsetzung des Projektes erfolgt zwischen 2018 und 2021 in mehreren Phasen. In den ersten beiden Phasen sind HOCHBAHN-Fahrer als Begleiter für das Fahrzeug vorgesehen. In der letzten Phase ab 2021 ist der autonome Betrieb geplant.

Das Projekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie „Erneuerbar Mobil“ mit insgesamt 3,7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

Projektpartner: BWVI, LSBG, Hochbahn, IAV Automotive Engineering, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität, Siemens AG

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logo Erneuerbar mobil

Logo Heat

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Teststrecke Automatisiertes und Vernetztes Fahren - TAVF

Ziel dieses Vorhabens ist die Einrichtung einer rund 9 km langen Teststrecke für die Erprobung des automatisierten und vernetzten Fahrens im öffentlichen Straßenverkehrsraum einer Millionenmetropole. Das herstellerneutrale und nutzeroffene Testfeld wird bis Ende 2020 fertiggestellt und umfasst dann insgesamt 37 Lichtsignalanlagen im Innenstadtbereich.

Im Projekt sollen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer, die Verkehrsinfrastruktur und entsprechende Hintergrundsysteme miteinander vernetzt werden. Dadurch wird der Verkehrsablauf harmonisiert, verkehrsbedingte Luftschadstoffe werden gesenkt, Unfallrisiken minimiert. Dabei wird für die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen und der Infrastruktur die Strecke mit modernster Kommunikationstechnik auf Basis des Standards ITS-G5 ausgerüstet.

Es soll erstmalig gezeigt werden, wie in einer Großstadt unter Realbedingungen im Mischverkehr mithilfe von Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur (V2I = Vehicle-to-infrastructure)  der Verkehr effizienter, sicherer und umweltverträglicher gemacht werden kann. Industrie, Fahrzeughersteller, Verkehrsunternehmen und Forschungseinrichtungen sind eingeladen, die Teststrecke im komplexen und herausfordernden Straßenverkehr einer Millionenmetropole zu nutzen.

Hier können automatisierte und vernetzte Fahrzeuge, digitale Infrastruktur- und Kommunikationstechnologie, Hintergrundsysteme und Dienstleistungen unter realen Bedingungen auf ihre Funktionalität und Praktikabilität erprobt und betrieben werden.

Das Projekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ mit insgesamt 10,7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. 

Projektpartner: BWVI, BIS, LSBG, HHVA

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Traffic Light Forecast 2.0 – TLF 2.0

Das Projekt TLF 2.0 baut auf dem erfolgreich abgeschlossenen Pilotprojekt Traffic Light Forecast auf. Das Ziel dieses Projektvorhabens ist die Entwicklung und Implementierung einer Schnittstelle zur Hamburg Urban Platform, auf der die Daten der Lichtsignalanlagen zur Verfügung gestellt werden.

Dabei wird eine diskriminierungsfreie Datenbereitstellung umgesetzt, so dass Markteintrittsbarrieren so gering wie möglich gehalten werden und die Entwicklung neuer Dienstleistungen gefördert wird. Diese Dienstleistungen können zu einer Verstetigung sowie Optimierung des Verkehrsflusses und gleichzeitig zur Schadstoffreduzierung beitragen. Von der Hamburg Urban Platform können direkte Datennutzende (App-Entwickler, Anbieter von Kartendiensten, Automobilindustrie, Verbände, …) Informationen beziehen, Prognosen erstellen und Dienste für indirekte Datennutzende  (PKW-, LKW-, Rad- und Fußverkehr oder den ÖNPV) anbieten.

Beispiele für potentielle kooperierende ITS-Anwendungen (C-ITS) sind Time-To-Green (TTG) und Green Light Optimized Speed Advisory (GLOSA) für den motorisierten und den nichtmotorisierten Verkehr. Auch Assistenzsysteme für blinde Menschen und Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung sind möglich.

Das Projekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ mit insgesamt 0,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. 

Projektpartner: BWVI, LSBG, LGV, HHVA

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Stauprognose

In dem Projekt „Stauprognose“ wird bis Ende 2019 ein Simulator für eine verbesserte Stauprognose in Hamburg entwickelt. Werte wie Live- und historische Staudaten sowie geplante Baumaßnamen werden miteinander verknüpft, so dass Verkehrsplaner und die Polizei  unmittelbar auf Basis einer Echtzeit-Simulation in einzelnen Stadtgebieten gezielt  reagieren können, um den Verkehrsfluss nachhaltig zu verbessern. Bürgerinnen und Bürger profitieren unmittelbar: Es gibt weniger Stau und Autofahrer sparen Zeit, da aktuelle Stau- und Baustelleninformationen sowie verkehrsrelevante Vorhaben gebündelt an Navigationsgeräte weitergegeben und eine optimierte Routenplanung möglich ist. Damit auch andere Projekte von den Ergebnissen profitieren, stehen zukünftig die gewonnenen Daten über die Urban Data Platform Hamburg, die zentrale Datenplattform für Hamburg, zur Verfügung.

Es handelt sich um ein Projekt der Stadt Hamburg (Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation) und des Bundes (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur).

Projektpartner: BWVI, LSBG

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LSA Plus

In dem Projekt „LSA Plus“ geht es darum, den Verkehrsfluss durch eine optimierte Steuerung von Lichtsignalanlagen, also Ampeln,  nachhaltig zu verbessern. Verkehrsingenieurinnen und -ingenieuren ist es möglich, in Zusammenarbeit mit Experten der Verkehrsleitzentrale Ampel-Schaltungen sowie Verkehrssituationen schneller, genauer und einfacher zu bewerten. Somit kann die Anpassung und Umsetzung einer veränderten Ampel-Steuerung z.B. durch den Ausbau von „Grünen Wellen“ den Stop-and-Go-Verkehr reduzieren. Der unmittelbare Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger ist eine geringere Fahrtzeit und weniger Lärm- sowie Schadstoffbelastung. Die qualitativ hochwertigen verkehrsbezogenen Daten, die im Rahmen des Projektes gewonnen werden, sind in der zentralen Datenplattform „Urban Data Platform Hamburg“ digital verfügbar.

Es handelt sich um ein Projekt der Stadt Hamburg (Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation) und des Bundes (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur). Das Projekt endet am 31.12.2019.

Projektpartner: BWVI, LSBG

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GeoNetBake-Erweiterung

In dem Projekt „GeoNetBake-Erweiterung“ geht es darum, mit Hilfe von sensorgestützten Baustellenbaken, Live-Informationen wie z.B. die konkrete Lage, Fahrtrichtung und Fläche von Baustellen zu erfassen und als Fläche in digitalen Karten darzustellen. Durch die neu gewonnenen Informationen lässt sich der Verkehr in und um Hamburg effizienter steuern. Zudem können die Verkehrsingenieurinnen und -ingenieure die konkreten Daten gezielt bei der Planung weiterer Baumaßnahmen sinnvoll berücksichtigen, um den Verkehrsfluss möglichst gering zu beeinflussen. Zukünftig können beispielsweise Navigationshersteller  die gewonnenen georeferenzierten Daten über die zentrale Datenplattform „Urban Data Platform Hamburg“ abrufen und diese den Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern zur Verfügung stellen. Das Projekt ist ein gemeinsames Forschungsprojekt der Stadt Hamburg und ausgewählter Sensorhersteller, das eine serienreife Produktion der eingesetzten Sensortechnik anstrebt. Diese wird unter realen Bedingungen im Hamburger Stadtgebiet konzipiert und aufgebaut. 

Es handelt sich um ein Projekt der Stadt Hamburg (Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation) und des Bundes (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur). Das Projekt endet am 31.12.2020.

Projektpartner: BWVI, LSBG, LGV

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DigITAll

Das Projekt „DigITAll“ eröffnet erstmalig einen für Antragsteller, Bearbeiter und Genehmiger gemeinsamen Zugang zu einem zentralen Portal, das durch einen digitalen Prozess die vollständige Bearbeitung aller relevanten Tätigkeiten im Rahmen von verkehrsrelevanten Vorhaben oder Sondernutzungen ermöglicht. Darüber hinaus werden die eingegebenen Daten zu diesen Vorhaben mit weiteren Zusatzinformationen, wie z.B. Flucht- und Rettungswegen verbunden. Bei Überschneidungen wird der Antragsteller automatisiert auf erforderliche Maßnahmen hingewiesen. Gleichzeitig weist das System auf Kooperationsmöglichkeiten hin, sobald es Parallelen bei unterschiedlichen Bauvorhaben erkennt. Dies führt dazu, dass verkehrsrelevante Bauvorhaben schneller und effizienter bearbeitet, gestartet sowie abgeschlossen werden können. Die Bürgerinnen und Bürger der Freien und Hansestadt Hamburg profitieren dabei von dem verbesserten Verkehrsfluss.  Die erfassten Informationen werden zentral in der zentralen Datenplattform „Urban Data Platform Hamburg“ bereitgestellt, damit auch andere Projekte diese Informationen nutzen können.

Es handelt sich um ein Projekt der Stadt Hamburg (Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation und Senatskanzlei). Das Projekt endet am 31.12.2023.

Projektpartner: BWVI, Senatskanzlei, LSBG, LGV, Bezirke, Hamburg Wasser, Gasnetz Hamburg, Stromnetz Hamburg

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„mySMARTLife“ - Projekt der Europäischen Union

Im Rahmen des HORIZON 2020 Projekts mySMARTLife bearbeitet der LSBG die Teilprojekte Smart Street Lighting und Humble Lamppost. Ziel ist, über die Infrastruktur der öffentlichen Beleuchtung zusätzliche Dienstleistungen für Bürgerinnen und Bürger bereitzustellen.

Smart Street Lighting bzw. die integrierte multifunktionale Straßenlaterne zeichnet sich durch das Zusammenspiel von Licht, Kommunikation, Sensorik und verschiedenen weiteren Funktionalitäten aus. So entsteht im Projektgebiet eine neue integrierte urbane Beleuchtungsinfrastruktur, welche den Menschen z.B.  freies W-LAN zugänglich macht oder eine adaptive Beleuchtung ermöglicht.

Das Teilprojekt Humble Lamppost betrachtet im Gegensatz zum Smart Street Lighting die Integration von Zusatzdiensten für Bürgerinnen und Bürger an bestehender Beleuchtungsinfrastruktur. Dies stellt aufgrund der baulichen und technischen Randbedingungen im Bestand eine große Herausforderung dar.

Das Projekt mySMARTLife wird von der Europäischen Kommission durch das Förderprogramm für Forschung und Innovation Horizon 2020 mit 19 Millionen Euro gefördert. Etwa 5 Millionen Euro Förderung entfallen hiervon auf das Hamburger Partnernetzwerk.

https://www.hamburg.de/mysmartlife

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Smart Cities and Open data Reuse - SCORE

Im Rahmen des Interreg North Sea Region Projekts SCORE wird das Ziel verfolgt, die Effizienz und die Servicequalität der öffentlichen Verwaltung zu verbessern. Dies soll durch die Entwicklung von Open-Source-Lösungen auf Basis von offenen Daten (Open Data) erreicht werden.

Besonderes Augenmerk liegt auf den Bereichen Umweltschutz, Wasser und Abwasser, Verkehr und Parken sowie nachhaltige Mobilität. Die entwickelten Lösungen sollen replizierbar und frei verfügbar für andere Städte sein.

Hamburg  wird zusammen mit acht europäischen Partnerstädten gemeinsame Herausforderungen der öffentlichen Verwaltung identifizieren und Open-Source-Lösungen entwickeln. Sobald eine Lösung funktional fertiggestellt ist, wird sie zunächst in einer der Partnerstädte implementiert und getestet, um im Anschluss in weiteren Städten repliziert zu werden. Somit werden innovative Softwarelösungen geschaffen, welche frei verfügbar für andere Städte in der Nordseeregion und darüber hinaus sind. Zudem werden der transnationale Erfahrungsaustausch bei der Softwareentwicklung der öffentlichen Verwaltung sowie die Open-Source-Bewegung gefördert und gestärkt.

Das Budget der Stadt Hamburg beträgt 515.000 €, welches zu 50% im Rahmen des EU-Förderprogramms Interreg North Sea Region gefördert wird.

Partnerstädte: Aarhus, Aberdeen, Amsterdam, Bergen, Bradford, Dordrecht, Gent, Göteborg, und Hamburg (vertreten durch den LSBG & LGV)

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