Ein Blick ins Herz der Wartenaubrücke
Nach dem Abbruch der Fahrbahn ist die historische Stahlkonstruktion der Wartenaubrücke vollständig freigelegt und wir sehen deutlich, welche Spuren Zeit, Wetter und Verkehr im Inneren hinterlassen haben.
Jetzt beginnt der anspruchsvollste Teil der Sanierung und Handarbeit ist angesagt. Ingenieur Niko Sommer erklärt: „Wir erhalten so viel wie möglich von der alten Stahlkonstruktion. Bauteile, die der Rost zu stark angegriffen hat, schneiden wir heraus und ersetzen sie. An manchen Stellen können wir nach statischer Prüfung sogar auf einzelne Bauteile verzichten, weil wir den neuen Stahlbeton dicker aufbringen und er dadurch tragfähiger ist.“
Da die östliche Brückenhälfte bereits vollständig saniert ist, profitiert das das Team von den gewonnenen Erfahrungen. Arbeitsabläufe sind eingespielt, Schäden lassen sich schneller bewerten und zeitliche Verzögerungen im Bauablauf vermeiden. „Bei der ersten Brückenhälfte haben wir die Konstruktion Stück für Stück kennengelernt. Jetzt wissen wir genau, welche Arbeiten uns erwarten und können viele Abläufe deutlich effizienter organisieren“, sagt Niko Sommer.
Anschließend wird die gesamte Konstruktion gestrahlt und mit einem neuen Korrosionsschutz versehen.
Parallel zu den derzeitigen Arbeiten an der Stahlkonstruktion macht ein Vermessungsbüro eine Bestandsaufnahme der freigelegten Bauteile. Das Expertenteam überprüft, ob die tatsächlichen Höhen der Stahlkonstruktion mit den Planungen übereinstimmen und schafft damit eine wichtige Grundlage für die weiteren Arbeitsschritte.
Für Ingenieur Niko Sommer sind die Arbeiten ein ganz besonderes Projekt: „Die Wartenaubrücke ist die erste Brücke in meinem Berufsleben, die bereits ein so hohes Alter erreicht hat. Und sie ist ein besonders schönes Bauwerk, sogar noch mit alter Nietentechnik. Es macht Spaß, sie zu sanieren und für die Zukunft zu erhalten.“