Brückenschlag für Bergedorf
Schulkinder, Menschen auf dem Weg ins Büro und Radfahrende freuen sich über die neu gebaute Schleusengrabenbrücke in Bergedorf. Sie verbindet am Schilfparkquartier Ost- und Westseite des Stadtteils.
Eine kleine Menschenmenge wartet darauf, erstmals die neue Brücke am Schleusengraben zu überqueren. „Wir kommen nun unkompliziert zu den Spielplätzen auf der anderen Seite", freuen sich die Erzieher:innen der nahegelegenen Kita. Sie stehen mit Kindern in bunten Warnwesten für einen Sommerspaziergang bereit. Auch einige Lastenräder parken am Fuß der Brücke, ebenso Bewohner:innen der am Ufer gelegenen Mehrfamilienhäuser. Als das bunte Absperrband durchschnitten ist, gehen sie erstmals über die gut 50 Meter lange Brücke. Auf diesen Augenblick hat sich Bergedorfs Bezirksamtsleiterin Cornelia Schmidt-Hoffmann gefreut: „Hier im Quartier wachsen Wohnen, Wissenschaft und Wirtschaft zusehends zusammen. Dafür steht die neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Schleusengraben."
Bei der Einweihung dabei war auch das Projektteam des LSBG, das die Brücke im Auftrag des Bezirksamts Bergedorf gebaut hat. Die Stahlkonstruktion überspannt den Schleusengraben zwischen der Straße Am Schilfpark im Osten und dem Neubauprojekt Weidenbaumsufer im Westen. Sie verbindet die wachsenden Wohnquartiere beiderseits des fast 600 Jahre alten Kanals und schafft erstmals eine direkte Fuß- und Radwegeverbindung. Die Brücke ist nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch etwas Besonderes, vom geschwungenen Stahlüberbau bis hin zur Beleuchtung. „Gelungen finde ich zum Beispiel den ins Geländer einglassenen LED-Lichtstrahl", sagt LSBG-Projektleiterin Ines Thierfelder.
Dr. Imke Steinmeyer, stellvertretende Geschäftsführerin des LSBG, war ebenfalls vor Ort „Für unsere Ingenieur:innen ist es immer etwas ganz Besonderes, einen Brückenschlag und damit eine neue Verbindung in dieser Stadt zu schaffen. Eine Verbindung, die insbesondere hier im Schilfparkquartier aber auch in ganz Bergedorf sehnlichst erwartet wurde", sagt sie und fügt erläuternd hinzu: „Wir als LSBG arbeiten täglich für den Erhalt und das Funktionieren der Infrastruktur in Hamburg und manchmal schaffen wir auch ganz neue Wege. Das sieht man an der neuen Brücke über den Schleusengraben besonders gut" Planung und Bau der neuen Schleusengrabenbrücke seien eine Herausforderung gewesen, die alle Beteiligten von Behörde, Landesbetrieb, Bezirksamt, Baufirmen und Projektentwicklern jedoch gut gemeistert hätten: „Dafür möchte ich mich auch im Namen des LSBG sehr bei allen Beteiligten bedanken.“
Das Projekt hat eine lange Planungsgeschichte. Erste Mittel für den Brückenbau wurden bereits 2014 bereitgestellt, eingehoben wurde die Stahlkonstruktion im November 2025.
Ergänzt durch den neuen Park am Ufer der Kampbille, ist die Brücke nun als Herzstück des Quartiers an das neue Wegenetz am Schleusengraben eingebunden. Auf der Westseite schließt sie an bereits fertiggestellte Abschnitte des Schleusengrabenwegs an, der am Westufer des Kanals entlangführt. Zusammen mit dem benachbarten Forschungs- und Innovationspark, für den die Brücke ebenfalls eine wichtige Erschließungsfunktion übernimmt, wächst ein zusammenhängendes Quartier, das Wohnen, Wissenschaft und öffentlichen Raum verbindet.