Nach fünf Jahren intensiver Bauarbeiten ist der Bereich um die Hohenfelder Bucht umfassend erneuert. An einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Hamburgs, den täglich über 7.000 Fahrzeuge pro Stunde passieren, fließt der Verkehr nun störungsfrei. Auch das Verweilen an der Bucht ist angenehmer geworden.
2014 hatten Gutachter festgestellt, dass die beiden Hohenfelder Brücken aus den 1950er Jahren dringend saniert werden mussten. Einer Machbarkeitsstudie von 2015 folgend, wurden die Teilprojekte Brückenneubau, Busbeschleunigung, Alster-Fahrradachsen, Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Optimierung des Verkehrsknotens in einem Projekt gebündelt. Die Bauarbeiten begannen 2020, während der Verkehr stets weiterlief.
Dank der abgestimmten Zusammenarbeit aller Beteiligten wurde der Umbau 2025 nahezu termingerecht abgeschlossen. Es entstanden zwei neue Straßenbrücken sowie eine zusätzliche Geh- und Radwegebrücke. Der Fußgängertunnel unter der Sechslingspforte ist nun heller und großzügiger. Der Durchlass zur Außenalster wurde deutlich aufgeweitet und der Bereich um die Bucht besser mit dem Alstervorland verbunden. Am östlichen Bucht-Ufer ist eine neue Sitztreppenanlage entstanden.
Auch die Verkehrsführung ist verbessert: Bucht- und Barcastraße wurden vom Pkw-Verkehr entlastet, der Fuß- und Radverkehr profitiert von mehr Platz und kürzeren Wegen. Die Buslinie 6 ist nun schneller unterwegs. Zudem entstand viel einladender Aufenthalts- und Begegnungsraum.
Mit dem Umbau der Hohenfelder Bucht ist eine der komplexesten und umfassendsten Planungs- und Bauaufgaben des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) gelungen. „Die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb des LSBG, aber auch mit unseren externen Partnern während der Planung und Ausführung, war entscheidend für das gute Projektergebnis.
Alle Beteiligten haben sich stets für die erfolgreiche Umsetzung engagiert. Dafür danke ich ihnen herzlich“, sagt Projektleiterin Edna Voss. Sie hat das Projekt von der Machbarkeitsstudie bis zur Fertigstellung begleitet. Kai-Wilhelm Erhorn, verantwortlich für die Bauaufsicht beim LSBG, ergänzt: „Gemeinsam mit kompetenten Kolleginnen und Kollegen, Ingenieurbüros und Baufirmen haben wir ein einzigartiges Bauvorhaben verwirklicht – und für Hamburg ein Schmuckstück an der Außenalster entstehen lassen.“
„Die interdisziplinäre Zusammenarbeit […] war entscheidend für das gute Projektergebnis.“
Edna Voß, LSBG, Projektleiterin Hohenfelder Bucht
„Gemeinsam mit […] Ingenieurbüros und Baufirmen haben wir ein einzigartiges Bauvorhaben verwirklicht.“
Kai-Wilhelm Erhorn, LSBG, Bauaufsicht
„Ich freue mich sehr, dass ich als Teil eines engagierten Teams dazu beitragen konnte, ein Stück Hamburg zu bauen.“
Philipp Wetzel, LSBG, Teamleiter Stadtstraßen
Insgesamt 78 Bäume wurden an der Hohenfelder Bucht neu gepflanzt, dazu 25 Sträucher wie Felsenbirnen, Kornelkirschen und Zieräpfel sowie rund 400 bodendeckende Gehölze. Unter den neuen Straßenbäumen finden sich sogenannte Klimabäume wie Silberlinden und Zerreichen. Sie trotzen längerer Hitze und Trockenheit und kommen zudem mit städtischen Bedingungen, z. B. kleinem Wurzelraum oder Luftverschmutzung, besser zurecht als andere Baumarten. Stadtbildprägende Bäume wurden während der Bauarbeiten geschützt und erhalten, die Grünflächen nur minimal für die neue Geh- und Radwegebrücke angepasst.
Zusätzlich wurden 14 neue Bäume an anderen Stellen im Bezirk Nord gepflanzt, da um die Bucht herum nicht ausreichend Platz war. Für die Umbauten mussten 90 Bäume weichen.
Für Nutzer:innen und Anlieger:innen eines Verkehrsknotens im Umbau zählt vor allem eines: klare Informationen darüber, was wann wo geschieht – und wie lange es dauert. Deshalb hat der LSBG die Anwohnenden und Interessierte von Anfang an einbezogen: mit Bürgerwerkstätten parallel zur Erstellung der Machbarkeitsstudie, einer Infoveranstaltung im Herbst 2019 und einem offenen Dialogabend kurz vor dem Baustart im Frühjahr 2020.
Bei aktuellen Ereignissen wie geänderter Verkehrsführung informierte der LSBG mit Pressemitteilungen, Hauswurfsendungen und auf der Projektwebsite. Interessierte konnten an Baustellenführungen teilnehmen und den etwa zweimal jährlich erscheinenden E-Mail-Newsletter abonnieren.
Täglich rauscht der Verkehr an der Hohenfelder Bucht vorbei. Und doch findet man hier auch Gelegenheit zu entschleunigen: Etwa bei einem Blick in die Vergangenheit und auf ein denkmalgeschütztes Ensemble und Kulturdenkmal. Es umfasst unter anderem das um 1955 gebaute Bootshaus des Hamburger Kanu Clubs e. V. an der Barcastraße 13 – auf dem Foto aus Mitte der 1950er Jahre schon zu sehen – mit der Wasserfläche und ihrer Ufer-Einfassung. Kurz nach der Aufnahme wurde auf der Schwanenwik-Halbinsel (oben am linken Bildrand) die Skulptur „Drei Männer im Boot“ des Neu-Ulmer Bildhauers Edwin Scharff errichtet. Sie zählt heute ebenfalls zu dem Ensemble.