Smart City-Projekte beim LSBG

Hinter dem Begriff „Smart City“ stehen technische Innovationen, die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft sowie die Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie. Die smart city, also die vernetzte und kluge Stadt, verbessert die Lebensqualität der Menschen durch intelligente, innovative Infrastrukturen, die helfen, Mobilität effizienter zu machen, Ressourcen zu schonen und negative Umwelteinflüsse zu reduzieren. Sensorik und Informationstechnologien werden dabei weiter an Bedeutung gewinnen.

LSBG - Smart City-Projekte - Verkehr und intelligente Steuerung von Straßenbeleuchtung - Hamburg - LSBG

 

Weitere Informationen

Um Antworten auf die Fragen nach Mobilität, öffentlicher Infrastruktur, Service, Energieverbrauch, Schadstoffausstoß und Lebensqualität der Zukunft zu finden, haben die Stadt Hamburg und die Firma Cisco am 30. April 2014 im Rathaus der Hansestadt ein Smart City Memorandum of Understanding (MoU) geschlossen. In dem Memorandum sind mehrere Pilotprojekte unter anderem in den Bereichen Verkehr und intelligente Steuerung von Straßenbeleuchtungen vorgesehen. Im Folgenden finden Sie Informationen zu den Smart-City-Projekten, die der LSBG durchführt.

Pilotversuch Ampelassistent (Traffic Light Forecast)

Der LSBG beabsichtigt, die Daten der Ampeln (Schaltzeiten, Lagepläne usw.) für den Pilotversuch eines Ampelassistenten in Hamburg bereitzustellen. Es soll ein leistungsfähiger und qualitativ hochwertiger Prognosedienst für das Verhalten von Ampeln aufgebaut und die Kommunikation mit Verkehrsteilnehmern getestet werden. Der Prognosedienst berücksichtigt alle verkehrsabhängigen Einflüsse (ÖPNV-Anforderung, Tasteranforderung durch Fußgänger und Radfahrer, Schleifenanforderung durch Fahrzeuge usw.). Aus den gelieferten Daten wird eine möglichst exakte Schaltzeitprognose für die Ampel errechnet. Über einen Kommunikationsdienstleister erfolgt die Weiterleitung der Prognose an die Endgeräte der Verkehrsteilnehmer.

Derzeit werden die notwendigen Rahmenvereinbarungen erarbeitet. Die Umsetzung des Pilotversuchs erfolgt in acht Testgebieten verteilt über die Stadt und soll bis Mitte 2017 abgeschlossen sein.

Horizon 2020 - Smart City Call der EU

In diesem Programm der EU werden innovative Projekte in den Bereichen Energie, Mobilität, Infrastruktur sowie Informations- und Kommunikationstechnik gefördert. Die Federführung für den Hamburger Projektantrag liegt in der Senatskanzlei. Der LSBG beteiligt sich mit dem Thema „Intelligenter Lichtmast“ und den Möglichkeiten, verschiedene Dienste wie nutzungsabhängige Beleuchtungssteuerung, WLAN, Sensoren zur Parkraumdetektion oder Ladestationen für E-Fahrzeuge an „smart points“ zu bündeln. Das Projekt hat den Zuschlag erhalten und wird unter Federführung des Bezirksamtes Bergedorf umgesetzt bis Ende 2020.

Smart Points

Auch außerhalb des Projektantrags für das EU-Programm Horizon 2020 ist der LSBG aktiv an der Entwicklung von Projektideen für die Errichtung von „intelligenten Lichtmasten“ in Hamburg beteiligt. Ziel ist es, die vorhandene Infrastruktur der öffentlichen Beleuchtung für weitere Dienste im städtischen Interesse zu nutzen bzw. für die Nutzung vorzubereiten. Denkbar sind Sensoren für Parkraumdetektion, Umweltmessungen, Verkehrsdetektion (z.B. Erfassen von Verkehrsdaten für die Routenplanung) und Beleuchtungssteuerung sowie Komponenten für WLAN und Ladestationen für Elektrofahrzeuge.

Smart Lighting

Im Projekt Smart Lighting werden Ideen für die nutzungsabhängige Beleuchtung von Verkehrswegen verfolgt. Zum einen soll durch verkehrsabhängige Beleuchtung die Verkehrssicherheit auf Straßen verbessert werden, auf denen sich Autos und Radfahrer die Fahrbahn teilen. Zum anderen soll die Verkehrssicherheit an Kreuzungen durch sich anpassende Beleuchtung verbessert werden, die auf wartende Fußgängerinnen und Fußgänger an den Ampeln reagiert. Denkbar ist auch die bedarfsabhängige Beleuchtung von nur zeitweise genutzten Verkehrswegen wie zum Beispiel die Zuwegung vom S-Bahnhof Stellingen zu den Arenen im Volkspark.

Projektstand:

Die Auswahl von Pilotgebieten ist noch nicht abgeschlossen. In den Pilotgebieten sollen die Unfallzahlen vor und nach Einführung der intelligenten Beleuchtung erhoben und ausgewertet werden, um konkrete Aussagen über die Verbesserung der Verkehrssicherheit treffen zu können.

Projekte mit der TU Hamburg-Harburg

Der LSBG und die Hamburg Verkehrsanlagen GmbH haben die  Masterarbeit von Carsten Eric Nagel zum Thema „Entwurf eines Ampelassistenten, Kommunikation LSA-Fahrzeug“ unterstützt. (Die Abkürzung LSA steht für Lichtsignalanlage, was der technische Begriff für eine Ampel ist.)

vergrößern Aufbau Ampel-Assistent (Bild: Carsten Nagel) Das Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines Systems, das einem Fahrzeug anzeigt, welche Geschwindigkeit es fahren muss, um die nächste Ampel bei grün zu passieren. Der Zweck dieses Systems ist die Optimierung des Verkehrsflusses und die Einsparung von Kraftstoff und Fahrzeit.

Zu Beginn werden die Interessengruppen und Anforderungen ermittelt, die später für den Entwurf des Systems benötigt werden. Weiterhin wird eine Fehleranalyse durchgeführt, um die Zuverlässigkeit des Systems einzuschätzen.

Der erste Versuchsaufbau hat gezeigt, dass die Kommunikation zwischen Fahrzeug und dem Gerät am Straßenrand funktioniert. Im nächsten Schritt kann eine Ampelsteuerung eingebunden werden.

Außerdem gibt die Masterarbeit einen allgemeinen Überblick über die Thematik, einen Ausblick auf die Zukunft und eine Erläuterung der anstehenden nächsten Projektschritte.

Masterarbeit "Entwurf eines Ampelassistenten, Kommunikation LSA-Fahrzeug" (Englisch) >> (PDF, 5,4 MB)

vergrößern Anzeige der Geschwindigkeitsempfehlung im Fahrzeug Anzeige der Geschwindigkeitsempfehlung im Fahrzeug (Bild: Sebastian Kronenwerth) An der Kreuzung Lohmannsweg/Heimfelder Straße in Harburg ist seit 15. Oktober 2015 eine Kommunikationseinheit am Ampelmast installiert. Die Signalwechsel der Ampel werden registriert und mittels WLAN an eine Fahrzeugeinheit gesendet. Im Fahrzeug wird eine Geschwindigkeitsempfehlung angezeigt, mit der man die Kreuzung innerhalb der laufenden Grünphase überqueren kann.

Die Zuverlässigkeit der übermittelten Daten und die Darstellung der Informationen im Fahrzeug werden im weiteren Verlauf des Gemeinschaftsprojekts noch optimiert. Der Abschlussbericht soll im Januar 2017 vorgelegt werden.

Bereits umgesetzte Maßnahmen mit Schulen und KiTas

1. Paulinenstraße - Budapester Straße

Die Erzieherin oder der Erzieher kann mittels Transponder an einem speziellen Anforderungstaster die Grünphase der Fußgänger-Ampel um 11 Sekunden auf 17 Sekunden verlängern, um mit der Kindergruppe sicher die Budapester Straße zu überqueren.

2. Neuenfelder Straße - vor Haus Nr. 106

Nach der Anforderung erhalten zu Fuß Gehende sofort grün. Die Straße (der Überweg, die Furt) wird mit PIR-Detektoren (Passive Infrarot-Detektoren) überwacht. Solange noch Fußgänger auf der Straße sind, wird die Grünzeit um bis zu 10s von 18s auf max. 28s verlängert.

3. Volksdorfer Damm / Schule Buckhorn

Mittels Kameradetektion wird die Straße (der Überweg, die Furt) überwacht. Solange noch Fußgänger auf der Straße sind, wird die Grünzeit um bis zu 9s von 6s auf max. 15s verlängert.