Lärmschutz an Bundesfernstraßen

Verkehrslärm ist eine Umweltbelastung, die von vielen Menschen als besonders belastend empfunden wird. Der Schutz der Bevölkerung vor schädlichen Umweltauswirkungen durch den Straßenverkehr ist ein gesetzlicher Auftrag, der im Rahmen der rechtlichen Erfordernisse vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) konsequent umgesetzt wird. Dies wird regelmäßig insbesondere von der straßennah lebenden Bevölkerung positiv wahrgenommen. Es ist zu beobachten, dass nach der Realisierung von Lärmschutzmaßnahmen an Bundesautobahnen in Ballungszentren die Immobilienpreise in der Nachbarschaft steigen. Dies spricht dafür, dass die verbesserte Lebensqualität in den autobahnnahen Quartieren auch wahrgenommen wird.

LSBG - Lärmschutz - Bundesfernstraßen - Hamburg - FHH

So werden im Rahmen von Neu-, Aus- und Umbaumaßnahmen an Bundesstraßen und Autobahnen in Hamburg die Auswirkungen von Lärmemissionen untersucht und geeignete Maßnahmen ergriffen, diese Auswirkungen zu minimieren (sog. Lärmvorsorge).

Neben der Lärmvorsorge realisiert der LSBG auch an Bestandsstrecken Lärmschutzmaßnahmen, um den Gesundheitsschutz der Bevölkerung an vorhandenen Straßen zu verbessern.

Lärmsanierungen sind freiwillige Leistungen des Bundes auf der Grundlage haushaltsrechtlicher Regelungen. Ein Rechtsanspruch auf Lärmsanierungsmaßnahmen besteht im Gegensatz zu Lärmvorsorgemaßnahmen, die bei Neu-, Aus- und Umbaumaßnahmen an Bundesfernstraßen vorzusehen sind, nicht. Instandsetzungen, auch tiefgreifende und grundhafte Instandsetzungen, lösen keinen rechtlichen Anspruch auf Lärmschutzmaßnahmen aus.

Als Auslöseschwelle für die Lärmsanierung gelten seit 2010 niedrigere Grenzwerte: So können aufgrund der neuen Regelungen des Bundes heute Lärmsanierungen bei Wohngebieten bereits bei Überschreiten der Sanierungsgrenzwerte von 67 dB(A) tags bzw. 57 dB(A) nachts ermöglicht werden, sofern die erforderlichen Haushaltsmittel vorhanden sind und andere übergeordnete Belange nicht entgegenstehen. Hierfür hat der LSBG ein sog. Lärmsanierungsprogramm erarbeitet, mit welchem Prioritäten für die Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen ermittelt werden konnten.

vergrößern Ergänzender Lärmschutz an der A25 - Einhängen der Wandelemente (Bild: LSBG) In jüngster Vergangenheit konnten so bereits umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen in Hamburg umgesetzt werden. Hier sind insbesondere die Maßnahmen an der A1 zwischen dem Autobahnkreuz Hamburg-Ost und der Anschlussstelle Hamburg-Billstedt und an der A25 zu nennen, deren bisher vorhandene Lärmschutzanlagen aufgrund der nach der Wiedervereinigung stetig gestiegenen Verkehrsbelastungen nicht mehr ausreichten. An der A24 konnte im Rahmen einer Lärmsanierungsmaßnahme eine bisher vorhandene Lücke im Lärmschutz geschlossen werden. Insgesamt wurden seit 2010 in Hamburg an den Bundesfernstraßen Lärmschutzprojekte im Gesamtwert von ca. 43 Mio. Euro umgesetzt. Somit werden mehr als 4.000 Wohngebäude und damit über 40.000 Hamburger Bürgerinnen und Bürger besser vor gesundheitsschädlichem Verkehrslärm geschützt. Weitere bedeutende Lärmschutzmaßnahmen in Hamburg befinden sich zurzeit in der Umsetzungs- bzw. Genehmigungsphase (Deckel A7, Verlegung Wilhelmsburger Reichstraße).