60 statt 80: Vorsorgemaßnahme am Autobahnkreuz HH-Süd

An dem sogenannten Brückenbauwerk BW 551-1 werden vorsorglich verkehrliche Maßnahmen umgesetzt: Die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten entlang der Verbindung der A255 zur A1 Fahrtrichtung Lübeck werden neu geregelt. Das Brückenbauwerk darf künftig nur noch mit 60 km/h statt der bisherigen 80 km/h befahren werden. Für LKW über 3,5 Tonnen gilt hier ein Überholver-  und Mindestabstandsgebot von 70 Metern. Das A1-Brückenbauwerk im Bereich des Autobahnkreuzes  Hamburg-Süd stellt die Fahrbeziehung HH-Centrum – Lübeck dar und überspannt die A 255.

60 statt 80: Vorsorgemaßnahme am Autobahnkreuz HH-Süd

 

Infolge der stark gestiegenen Verkehrsmengen und Verkehrslasten sowie im Rahmen des Programms „Erhaltungsmanagement Brücken“ (EMB) führt der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) vorsorglich statische Nachrechnungen an Brückenbauwerken durch. Die Nachrechnungen der Statik und Materialprüfungen am Bauwerk 551-1 haben ergeben, dass diese Brücke ihre Belastungsgrenze nahezu erreicht hat. Sie wurde 1960 als eine der ersten Spannbetonbrücken in Norddeutschland hergestellt. Damals wurden Autobahnen und dazugehörige Brückenbauwerke für ein maximal zulässiges LKW-Gesamtgewicht von 32,5 Tonnen bemessen. Mittlerweile haben sich die Tonnagen in der Regel auf 44 Tonnen erhöht, die Verkehrsmenge ist bei dieser Brücke um ein Vielfaches auf aktuell rund 25.000 KFZ/Tag gestiegen.

Zur Erhaltung des Brückenbauwerks bis zum geplanten Ausbau der A1, trifft der LSBG frühzeitig entsprechende Vorsorgemaßnahmen. Der Ausbau und die Neugestaltung des Autobahnkreuzes Hamburg-Süd sollen nach heutiger Planung 2026 starten.

Folgende Maßnahmen werden umgesetzt: Das bislang geltende Tempolimit von 40 km/h von der Abzweigung der A255 auf die A1 Richtung Norden bleibt aufgrund der engen Haarnadelkurve bis zur Anrampung des Bauwerks weiterhin bestehen. Die bislang geltenden 80 km/h, beginnend vor dem Brückenbauwerk bis kurz danach, werden auf 60 km/h reduziert. In diesem rund 500 Meter langen  Bereich gilt ab Samstag, 14. Oktober zudem ein Überholverbot für LKW über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht und ein Mindestabstandsgebot für LKW von 70 Metern, auch bei Staulage.

Ein Überfahren mit Schwerguttransporten wird wie üblich ab 44 Tonnen seitens des Landesbetriebs Verkehr (LBV) individuell geprüft. Daran ändert sich auch für eine geplante Route über das Bauwerk nichts. Für Schwertransporte, die keine Überfahrgenehmigung erhalten sollten, ist eine Umleitung über die A1-Anschlussstelle HH-Stillhorn sowie eine Umleitung durch die Stadt über die Bundesstraße 5 eingerichtet. Welche Umleitungsstrecke im Einzelfall genutzt wird, entscheidet die zuständige Erlaubnis- und Genehmigungsbehörde (LBV Hamburg).

Um den weiterhin zunehmenden LKW-Verkehren und Lasten mittelfristig Rechnung zu tragen, plant der LSBG vorsorglich eine Stützkonstruktion für das Brückenbauwerk. Diese Maßnahme dient, wie auch die jetzt zu ergreifenden verkehrlichen Maßnahmen, der Schonung des Bauwerks bis zur Fertigstellung des neuen Autobahnkreuzes. Aufgrund der Bauwerkskonstruktion, der Fahrbahnneigung, Kurvenlage und Anforderungen an die Hilfsstütze, ist eine Planung und Konstruktion dieser äußerst komplex und zeitintensiv. Der LSBG rechnet damit, diese Maßnahme im Jahr 2019 umzusetzen. Die Planungen haben bereits begonnen.

Das unmittelbar neben dem beschriebenen Bauwerk befindliche Brückenbauwerk der A 1, das die A 255 überspannt und auf dem sich die Richtungsfahrbahn Lübeck – Bremen befindet, hat bei den Untersuchungen und laufenden Prüfungen entscheidend besser abgeschnitten. Hier sind bis auf weiteres keine verkehrlichen Maßnahmen notwendig. Beide Bauwerke werden weiterhin in regelmäßigen Intervallen vom LSBG geprüft und beobachtet.

Die Maßnahmen können sich auf Grund des im Brückenbereich ansässigen Eichenprozessionsspinners verschieben. Im Fall einer notwendigen Bekämpfung des Schädlings im Vorwege der Maßnahmen, wird die Presse und Öffentlichkeit gesondert informiert.