Grundinstandsetzung des Baumwallsperrwerks

Das Baumwallsperrwerk liegt in der Hochwasserschutzanlage Niederhafen am nördlichen Ufer der Elbe, direkt unter der U-Bahn-Station Baumwall. Es verschließt das nördlich angrenzende Herrengrabenfleet und schützt damit auch die Hamburger Innenstadt vor Überflutungen. Das Sperrwerk wurde nach der verheerenden Sturmflut 1962 geplant und gebaut. 1967 erfolgte die Inbetriebnahme. Betrieben und unterhalten wird das Sperrwerk vom Fachbereich Wasserwirtschaftliche Anlagen. Wie stets in der Hamburger Deichlinie wird bei Sturmfluten auch hier die Öffnung mit zwei hintereinander liegenden Toren geschlossen. Das Prinzip der doppelten Deichsicherheit erfüllen ein elbseitig angeordnetes Stemmtorpaar (1. Deichsicherheit) und ein nachfolgendes Drehsegmenttor (2. Deichsicherheit). Die Sperrwerksöffnung ermöglicht kleineren Barkassen mit Schuten oder Pontons im Schlepp die Durchfahrt in das Herrengrabenfleet.

Baumwallsperrwerk - Grundinstandsetzung - Hamburg - FHH

 

Nach einer Betriebszeit von mehr als 45 Jahren war ein kompletter Austausch der Technik notwendig, denn die Ausrüstung des Baumwallsperrwerks war in die Jahre gekommen. Der Neubau der Hochwasserschutzanlage Niederhafen machte zudem bauliche Anpassungen erforderlich, um die äußeren Abmessungen des Sperrwerks an die Anlagenhöhe und Linienführung der neuen Hochwasserschutzanlage anzugleichen. Im selben Zeitraum wurden der Maschinenbau, der Stahlwasserbau und die Elektrotechnik des Sperrwerks erneuert oder grundsaniert.

Im Rahmen dieser Grundinstandsetzung wurden das Stemmtorpaar und das Segmenttor ausgebaut, begutachtet, instand gesetzt und mit neuem Korrosionsschutz  beschichtet. Lager- und Verschleißteile sowie Gummi-Dichtungen der Verschlusskörper sind nun auch komplett erneuert.

Der alte Betriebsraum des Sperrwerks wurde abgebrochen und durch neue Räume innerhalb der Hochwasserschutzanlage Niederhafen ersetzt. In diesen Räumen werden die Elektro- und die Hydrauliktechnik für das Baumwallsperrwerk und  für die Hochwasserschutztore Niederbaumbrücken eingebaut. Bei Stromausfall können beide Hochwasserschutzeinrichtungen durch ein stationäres Notstromaggregat versorgt werden.

Während der baulichen Anpassungsmaßnahmen wurden auch die inneren Betonoberflächen im Sperrwerk auf Beschädigungen geprüft. Das Ergebnis der Prüfung führte dazu, alle Betonflächen mit einem 3 Zentimeter starkem Spritzmörtel zu sanieren. 

Seit dem Abschluss aller Instandsetzungsarbeiten im Frühjahr 2016 ist das Baumwallsperrwerk gut gerüstet für die nächsten Jahrzehnte als Teil der Hochwasserschutzlinie in Hamburg.

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