Streckenbeeinflussungsanlage auf der BAB A1

Die Streckenbeeinflussungsanlage (SBA) ist in jeglicher Hinsicht ein zukunftsweisender Schritt hin zu einer optimierten Verkehrsführung auf der A1 in Hamburg. Sie ist seit April 2013 in Betrieb. Die SBA dient dazu, die zulässige Höchstgeschwindigkeit automatisch den aktuellen Verkehrs- und Witterungsverhältnissen anzupassen und warnt die Verkehrsteilnehmer vor Stau, Nebel, Unfall oder anderen Gefahren.

LSBG - Streckenbeeinflussungsanlage - BAB A1 - Optimierte Verkehrsführung - Hamburg - FHH

 

Für ihre Realisierung wurden zwischen der Anschlussstelle Moorfleet und der Hamburgischen Landesgrenze mit Niedersachsen 18 Verkehrszeichenbrücken mit Wechselverkehrszeichen über der Fahrbahn errichtet. Zur Erfassung der Verkehrsmengen sind an den Brücken Radarsensoren befestigt und auch an Zu- und Abfahrten wird das Verkehrsaufkommen überwacht. Für die Erfassung der Umweltdaten stehen 5 Messstationen zur Verfügung. Die gesammelten Daten werden mittels 26 Streckenstationen über die Autobahnmeisterei Stillhorn zur Tunnelbetriebszentrale am Hamburger Elbtunnel geleitet und dort verarbeitet.

Die Bauarbeiten

Der straffe Zeitplan zum Bau der SBA musste widersprüchliche Ziele berücksichtigen. So sollte einerseits der Verkehr möglichst wenig beeinträchtigt werden, andererseits sollten möglichst optimale Arbeitsbedingungen für die ausführenden Firmen geschaffen werden. 

vergrößern Montage der Schilderbrücken (Nachtarbeiten) Montage der Schilderbrücken (Bild: LSBG) Das Projekt-Team des LSBG musste mit außerplanmäßigen Herausforderungen vielfältigster Art umgehen und flexibel auf neue Situationen reagieren.

Die potentielle Gefahr durch Kampfmittel und Munition erforderte eine baubegleitende Sondierung und Überprüfung fast jeder einzelnen Tiefbaumaßnahme. Die umfangreiche Kampfmittelsondierung bedeutete einen erheblichen zeitlichen und koordinatorischen Aufwand. In regelmäßigen Baubesprechungen vor Ort und in den Räumen des LSBG wurden der Fortschritt und der Ablauf des Projektes analysiert, gesteuert und protokolliert. Bei Bedarf wurden Zeitpläne angepasst.

vergrößern Aufbau der Schilderbrücken unter nächtlicher Vollsperrung der A1 Aufbau der Schilderbrücken unter nächtlicher Vollsperrung der A1 (Bild: LSBG) Höchste Anforderungen wurden an die Konstruktion und die Statik der Bauwerke gestellt. Die geforderte Güte des Stahls war hoch und die Ausführung der Betonfundamente aufwändig, da die Brücken und die an ihr montierten Schilder bei Sturm starken Kräften ausgesetzt sind.

Um die ohnehin angespannte Verkehrslage auf der A1 nicht zu verschlechtern, wurde viel nachts und blockweise gearbeitet. Notwendige Verkehrsbehinderungen und Vollsperrungen mussten dabei sehr frühzeitig mit der Verkehrsdirektion, der Koordinierungsstelle für Baumaßnahmen (KOST) und teils auch mit dem Bundesland Niedersachsen abgestimmt werden.

Funktionen der Streckenbeeinflussungsanlage

Mithilfe von Induktionsschleifen in der Fahrbahn werden Fahrzeugart und Geschwindigkeit ermittelt. Die Induktionsschleifen sind über die gesamte Länge der SBA verteilt. In Ein- und Ausfahrten dienen sie zur Überwachung des Zu- und Abflusses auf die Autobahn. Unter fast allen Wechselverkehrszeichenbrücken befinden sich zusätzliche Detektoren, die mittels Radar, Ultraschall und Infrarot eine genaue Verkehrsdatenerfassung ermöglichen. Für die SBA auf der A1 werden die erfassten Fahrzeuge in zwei Klassen unterteilt: PKW und LKW.

vergrößern Streckenbeeinflussungsanlage: Wetterstation Wetterstation (Bild: LSBG) Neben den Verkehrsdaten werden auch Wetter- und Fahrbahndaten in den Entscheidungen der Steuerung berücksichtigt. Daher sind Wetterstationen in der Gesamtanlage integriert, die Sichtweite, Niederschlag, Temperatur, Feuchte (Niederschlagsart und -intensität) sowie Windstärke und -richtung messen. Außerdem gibt es fünf Glättemeldeanlagen, die Wasserfilmdicke, Fahrbahnoberflächenzustand und -temperatur messen.

Alle Wechselverkehrszeichen auf der A1 sind mit LED-Technik ausgestattet. Der Energieverbrauch ist damit gegenüber konventionellen Leuchtmitteln deutlich reduziert. Die Funktionsfähigkeit der LEDs sowie die Funktion der gesamten Anlage werden von der Verkehrsleitzentrale überwacht. Zu diesem Zweck wurden ca. 7.000 m Energiekabel und ca. 6.000 m Datenkabel zusätzlich zum vorhandenen Fernmeldenetz an der A1 verlegt.

Die Verkehrsleitzentrale der Polizei Hamburg überwacht den Streckenabschnitt auf der A1 und hat die Möglichkeit, manuelle Schaltungen der Anzeigen durchzuführen. Dies geschieht, wenn beispielsweise Gefahrensituationen durch Gegenstände auf der Fahrbahn oder liegengebliebene Fahrzeuge entstehen oder Baustellen einen Eingriff erfordern.