Mehr Sicherheit auf Autobahnen durch Lokalisierungstafeln

Unfälle, Liegenbleiber, Gegenstände auf der Fahrbahn, Baustellen, Überlastungen - Verkehrsstörungen auf Autobahnen haben oft gravierende Auswirkungen. Verkehrsstaus und weitere Unfälle können sich ereignen, wenn nicht sofort reagiert wird. Durch neuartige Lokalisierungstafeln soll den Straßennutzern und Einsatzkräften eine präzisere Verortung von Meldungen oder Notrufen ermöglicht werden.

LSBG - Straßen - Störfallmanagement - Hamburg - FHH

 

vergrößern Lokalisierungstafel Entlang der Hauptfahrbahn zeigt das Schild Autobahnnummer, Fahrtrichtung und Streckenkilometer (Bild: LSBG) Fahrer können aufgrund der großen Reiseweiten in den verzweigten Autobahnnetzen oft keine genaue Aussage über ihren aktuellen Aufenthaltsort machen. Die Verwendung von Navigationsgeräten verstärkt diesen Effekt, weil sich die Fahrer während der Fahrt kaum noch an der vorhandenen Autobahnbeschilderung orientieren. Bei Meldungen an die Notrufzentralen geht daher für die Verortung von Störfällen wertvolle Zeit verloren.

Um die Orientierung auf den Autobahnen zu erleichtern, werden im Rahmen eines Modellversuchs in Hamburg unter Federführung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) neuartige Lokalisierungstafeln getestet. Die Projektleitung in Hamburg obliegt der Behörde für Inneres und Sport. Die Tafeln ersetzen die vorhandenen unauffälligen Schilder der Streckenkilometrierung. Im Jahr 2014 stellt der LSBG 642 neue Lokalisierungstafeln an den Hamburger Autobahnen sowie den Autobahnkreuzen und -dreiecken auf.

vergrößern Lokalisierungstafel In Autobahnkreuzen und -dreiecken zeigt das Schild Autobahn- und Knotenpunktnummer sowie die Bezeichnung der Nebenfahrbahn (Bild: LSBG) Die neuen Schilder sind doppelt so groß wie die ursprünglichen Schilder und informieren Autofahrer, auf welcher Autobahn, in welcher Fahrtrichtung und an welchem Streckenkilometer sie sich aktuell befinden. Der ursprüngliche Abstand der Kilometrierungsschilder von 500 m wird beibehalten. In Autobahnkreuzen und -dreiecken verzweigt sich die Strecke auf Rampen, hier werden neben der Autobahnnummer die Knotenpunktnummer und die Rampenbezeichnung nach Anweisung Straßeninformationsbank (ASB) angezeigt.

Vor und hinter jeder Autobahnüberführung, in max. 50 m Abstand zur Brücke, wird ein Doppelschild seitlich aufgestellt. Dieses zeigt die Lokalisierungsinformation beidseitig. Das Lesen der Information soll hier auch beim Blick entgegen der Fahrtrichtung möglich sein. Dies ist relevant für Personen, die von der Brücke aus die Positionsangaben erfassen wollen oder für betroffene Kfz-Fahrer, die in Fahrtrichtung hinter der Brücke und dem Schild rechts auf dem Seitenstreifen anhalten. Damit sollen die neuartigen Lokalisierungstafeln an den Überführungen auch die Meldung von "Steinewerfern" erleichtern.

Der Modellversuch wird voraussichtlich bis Ende 2017 laufen und wissenschaftlich ausgewertet. Danach wird das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) entscheiden, ob die neuen Tafeln bundesweit eingeführt werden sollen.

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